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Bei der ‘klassischen‘ Verbundausbildung finden sich zwei Unternehmen zusammen, die gemeinsam einen Ausbildungsplatz anbieten. Auch hier hat ein Betrieb die Leitfunktion. Unter bestimmten Voraussetzungen gibt es für die Schaffung eines solchen Ausbildungsplatzes Fördergelder.
Insbesondere für die Kombination kleinerer mit größeren Unternehmen oder für die zusätzliche Schaffung eines ‘ungeplanten‘ Ausbildungsplatzes bietet die Verbundausbildung eine Entscheidungshilfe.
Das Verbund-Modell eignet sich auch für Einzelhändler und Handwerker, bei denen durch räumliche Entfernung keine Mitbewerbersituation entsteht.

Für die Art der Zusammenarbeit zwischen zwei Ausbildungsbetrieben gibt es große Entscheidungsspielräume:
- Grundsätzlich gilt, dass ein Betrieb die ‘Leitfunktion‘ gegenüber den Kammern und Institutionen übernimmt und den Lehrvertrag abschließt.
- Ausbildungsverlauf, Verschwiegenheitsverpflichtung und Alltagsthemen wie Arbeitszeit, Krankheitstage, Urlaub und Sonstiges werden intern geregelt.
Wo liegen die Vorteile für den einzelnen Betrieb?
Kosten und Effizienz Für kleinere Unternehmen ist Ausbildung oft ein Kostenproblem. Eine Verbund-Ausbildung macht die Entscheidung einen Ausbildungsplatz zu schaffen oft leichter. Denn im eigenen Betrieb gelten (mit)ausgebildete Mitarbeiter als effizienter und damit unterm Strich als kostengünstiger. Auch der Lerneffekt des Unternehmens selbst ist nicht zu verachten.
Mit Eigengewächsen neue Herausforderungen annehmen Unternehmen partizipieren bei einer Verbundausbildung durch das breitere Fachwissen der vielseitiger ausgebildeten Mitarbeiter. Da kann sich in vielen Bereichen eine neue Sicht der Dinge entwickeln.
Mit Weitblick Vorsorge treffen Durch den Rückgang der Schülerzahlen (nach Informationen des Statistischen Landesamts schon ab 2006/2007) wird sich in absehbarer Zeit das Nachwuchspotential verknappen. Wer sich durch Praxiserfahrung rechtzeitig mit dem Verbund-Modell vertraut macht und diese qualifizierte Ausbildung anbietet, kann im künftigen Wettbewerb um einen motivierten Ausbildungsnachwuchs besser punkten.
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Vorteile für den Betrieb:
- Jedes Unternehmen, das nur Teilinhalte eines Berufsbildes vermitteln kann, erhält die Möglichkeit eigenen Nachwuchs im Verbund auszubilden.
- Die Ausbildung in zwei Unternehmen verbessert nicht nur die fachlichen Kenntnisse, sie fördert auch Schlüsselqualifikationen wie Selbständigkeit, Flexibilität und soziale Kompetenz der zukünftigen Mitarbeiter.
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Vorteile für den Auszubildenden:
- Bereits während der Ausbildungszeit lernt man zwei bis drei verschiedene Unternehmen kennen.
- Ausbildung in verschiedenen Unternehmen bedeutet eine qualitativ hochwertige Berufsausbildung bei den jeweiligen Spezialisten eines Faches.
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Weitere Informationen:
- Ein Verbundbeteiligter (Leitbetrieb) schließt mit dem Azubi den Vertrag. Dieser ist auch verantwortlich für abzuführende Sozialbeiträge, Prüfungsanmeldungen, usw.
- Sämtliche anfallenden Kosten werden unter den Verbundpartnern aufgeteilt.
- Am Anfang: Aufteilung der Ausbildungszeit in Blöcke unter Berücksichtigung von Urlaubs- und Berufschulzeiten.
- Ebenfalls am Anfang: Aufteilung der Ausbildungsinhalte je nachdem, bei wem die entsprechenden Inhalte vermittelt werden können bzw. sollen.
- Die Urlaubszeiten werden individuell geregelt, je nachdem wo der Azubi gerade seinen Block absolviert.
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